Das Ende der Männlichkeit

Das Ende der MännlichkeitWie ist es heutzutage eigentlich um die Männlichkeit der (insbesondere jüngeren) Männer bestellt?

Während langer Zeit mussten die lieben Frauen um ihre Werte und ihre Akzeptanz kämpfen. Und sie müssen es zum Teil heute noch, da sie in gewissen Bereichen immer noch benachteiligt sind (z.B. bei den Löhnen). Aber grundsätzlich hat sich die Rolle der Frau in den letzten 2-3 Jahrzehnten massiv verändert resp. verbessert. Insbesondere hat das klassische Hausfrauenmodell langsam aber sicher ausgedient.

Doch wie ist es eigentlich um die Männlichkeit bestellt?

Ist das Ende der Männlichkeit gekommen? Hier mal einige Zahlen, die (mich zumindest) nachdenklich stimmen:

– fast jede 2. Ehe wird geschieden

Dies hat zur Folge, dass die Söhne häufig bei der Mutter aufwachsen und sie infolge des abwesenden Vaters die männlichen Werte gar nicht mehr mitbekommen. In den USA gelingt es gemäss einer Studie nur gerade 15% der Väter, nach der Trennung zu ihren Söhnen eine enge Bindung aufrechtzuerhalten.

– die Mädchen arbeiten “vaterlos” besser an ihrer Bildung als die Jungen

Gemäss einer Umfrage schneiden die Mädchen in der Schule besser ab als die Jungen. Das Risiko, dass Mädchen ein Schuljahr wiederholen müssen ist überall kleiner. In Schweden, Neuseeland und Polen sind die Mädchen den Jungen um eineinhalb Schuljahre voraus und in den USA werden nur 30% der ungenügenden Noten an Mädchen vergeben. Nicht selten fühlen sich die Jungen den Mädchen dadurch unterlegen, was sich auf das Selbstwertgefühl auswirken kann.

– Ablenkung durch Videospiele und Pornos

Der durchschnittliche Jugendliche schaut heute während 2 Stunden pro Woche Pornos und sogar während 2 Stunden täglich spielt er Videogames. Dazu kommt die häufige Nutzung des Internets und der Mobiltelefone. Dies hat zur Folge, dass sie mehr und mehr in einer Phantasiewelt leben und den Bezug zur Realität verlieren. Sie wissen nicht mehr, wie sie sich in realen sozialen Interaktionen verhalten sollen. Insbesondere auch in Bezug auf das andere Geschlecht. Eine weitere negative Folge davon

– Schüchternheit

1970 gaben in einer Umfrage 40% der Männer an, sich als gelegentlich schüchtern zu empfinden. 2007 waren es bereits 84%! Viele jungen Männer wagen es deshalb gar nicht mehr, eine Frau anzusprechen, geschweige denn, ihr gegenüber sexuelles Interesse zu offenbaren. Stanford-Psychologe Philip Zimbardo drückt es gar noch krasser aus: “Wie ein verirrter Tourist strauchelt er [der Mann] durch die soziale Landschaft. Er beherrscht die Sprache nicht, weder verbal noch nonverbal, ist nicht einmal fähig, nach dem Weg zu fragen.”

Natürlich ist aufgrund dieser Zahlen nicht allen jungen Männern die Männlichkeit abzusprechen. Aber die Entwicklung ist doch besorgniserregend. In der Tendenz sind die heutigen (zumindest jüngeren) Männer weniger männlich als noch vor 3-4 Jahrzehnten. Dies hat freilich auch für die Frauen negative Folgen. Wer hat nicht auch schon gehört, dass Frauen tendenziell keine weichgespülte “Softies” mögen, die ihr unterwürfig sind, sondern auf “richtige Männer” stehen, die “wissen, was sie wollen” (heisst von der Frauensprache übersetzt in etwa: Ein Mann, der Verantwortung übernimmt, keine Angst hat, Entscheidungen zu treffen und die Frau führt).

Nun fragt sich natürlich, was tun? Wie finden die Jungen resp. die jungen Männer zur Männlichkeit?

Durch Aufklärung, Rückzug aus der Phantasiewelt und Üben von sozialen Interaktionen! Die Aufklärung sollte schon in der Schule geschehen. Doch leider ist unser Schulsystem nicht darauf ausgerichtet, den Kindern beizubringen, wie das Leben funktioniert. Viel wichtiger scheint das Beherrschen von komplizierten mathematischen Gleichungen und physikalischen Gesetzen zu sein… Die Hoffnung bleibt, dass sich dies in ferner Zukunft endlich ändern wird!

Bis dahin können sich die jungen Männer nur selber helfen, z.B. durch massive Einschränkung des Porno-Konsums, des “Gamens”, der Internet- und Handynutzung oder ähnlichem.

Also, Kopfhörer weg, raus in die Stadt und mit realen (auch fremden) Leuten in’s Gespräch kommen! 🙂

 

Quelle: Das Magazin, Nr. 23 vom 6.6.2015, S. 28 ff.

 

PS: Veit Lindau (Experte für integrale Selbstverwirklichung, Bestsellerautor) wird ab 28. Juni 2015 sein neues 6-Monate-Training für Männer (MEN & MISSION) beginnen. Exklusiv nur für Männer. Nähere Informationen findest du hier (klicken).
Hinweis: Der Kurs findet im Rahmen der grössten Coaching-Community im deutschsprachigen Raum (Human Trust) statt. 

.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.